Wissenswertes über die 3A  


Überblick
Die nachfolgenden Abschnitte geben einen allgemeinen Abriß über die Philosophie und Inhalte der von Morihei Ueshiba begründeten Kampfkunst Aikido. Im speziellen wird dann auf die Entwicklung des Aikido im Kokusai Aikido Kenshukai Kobayashi Hirokazu Ha bzw. in der Académie Autonome d'Aikido, kurz "3A", eingegangen. Diese sind Dachorganisationen der Aikidoka, die in der Tradition Morihei Ueshiba - Hirokazu Kobayashi - André Cognard/Walter Oelschläger üben.

Aikido
Die 3A



Aikido
Aikido - eine durch Morihei Ueshiba nach dem Zweiten Weltkrieg in Japan begründeten Kampfkunst - hat zum Ziel, einem Angriff so zu entgegnen, daß keinem der Beteiligten ernsthaft Schaden zugefügt wird. Dies geschieht mittels Techniken, die die Energie des Angreifer kontrollieren, umlenken und neutralisieren. Dazu zählen Hebel-, Halte- und Wurftechniken, die anfangs statisch, mit zunehmendem Fortschritt und Gefühl für die verschiedenen Bewegungen immer dynamischer ausgeführt werden. Neben den waffenlosen Körpertechniken umfaßt das AIKIDO auch die Anwendung von Bokken (Holzschwert), Jo (Stab) und Tanto (Holzmesser).
Steht auch der Aspekt der Selbstverteidigung nicht unbedingt im Vordergrund, lassen sich die Techniken ab einem gewissen Niveau effektiv zur Abwehr von Angriffen einsetzen.

Darüber hinaus spiegelt sich in der Arbeit mit Aikido aber auch der gesundheitliche Gesichtspunkt wider. Neben der allgemeinen Beweglichkeit fördert das regelmäßige Training durch die Anregung verschiedener Akupressurpunkte während den Techniken auch das Gleichgewicht der Organe. Sowohl die Verhebelungstechniken als auch die dynamischen Bewegungen und verschiedenen Formen der Meditation lassen uns unsere Körperachsen sowie Bewegungsfreiheiten erkennen und ermöglichen so, daß wir (wieder) lernen, uns in unserem Körper zu (kon)zentrieren. Dadurch können sich Blockaden, Verspannungen und Fehlhaltungen lösen. Mit zunehmender körperlicher (Selbst-)Erfahrung steigt auch die persönliche innere Haltung, da wir unsere eigenen Stärken, aber auch die Schwächen viel besser erkennen und annehmen können.

Entsprechend mit der Technik entwickelt sich auch die geistige Einstellung des Übenden. So ist das Miteinander im Aikido sehr wichtig ist - selbst im Kampf - gibt es im Aikido auch keinerlei Wettkämpfe oder Meisterschaften. Jeder übt mit jedem, der Anfänger mit dem Fortgeschrittenen, der Ältere mit dem Jüngeren,... Jeder greift an und wird angegriffen, immer im Wechsel. So gibt es keine Sieger, keinen Verlierer. Wenn mit der richtigen Einstellung geübt wird, gewinnen alle.



Die 3A
Hirokazu Kobayashi Sensei (8. Dan, 14.02.1929 - 28.08.1998) aus Osaka/Japan, einer der letzten Schüler Ueshibas, entwickelte Aikido in einem differenzierten Stil weiter und übermittelte sein Wissen und seine Erfahrung an seine Schüler in Europa. Zentrale Elemente dabei sind

Seine Schüler André Cognard, 8. Dan (Lyon, Frankreich), und Walter Oelschläger, 6. Dan (Bietigheim-Bissingen, Deutschland), führen die Arbeit von Kobayashi Sensei in den Aikidogruppen der 3A (Akadémie Autonome d'Aikido) fort. Die 3A Deutschland versteht sich dabei als ideelle Vereinigung von Aikidogruppierungen, die in den letzten 25 Jahren, vorwiegend im süddeutschen Raum, entstanden sind. Ihre Verbundenheit erklärt sich durch ihren gemeinsamen Ursprung: Alle ihre Lehrer sind Schüler von Walter Oelschläger, der sie auf den Weg des Aikido gebracht und ihren Stil geprägt hat. Der Name "3A" drückt die Verbundenheit Walter Oelschlägers zur "Académie Autonome d'Aikido" aus, die 1982 in Frankreich durch André Cognard gegründet wurde.

André Cognard selbst ist der derzeit maßgebende Lehrer, an dem sich Walter Oelschläger orientiert. Den nachhaltigsten und damit wegweisenden Eindruck hatte bei ihm jedoch Sensei Hirokazu Kobayashi hinterlassen. Walter Oelschläger hatte ihn 1979 in Nürnberg kennengelernt. Zwar konnte er bereits auf eine 10jährige Aikidoerfahrung zurückblicken, jedoch erschienen ihm die Ausführung des Aikido Kobayashi Senseis als etwas völlig Neues. Regelmäßige Lehrgangsbesuche im In- und Ausland folgten, und ein ernsthaftes Auseinandersetzen mit den Inhalten der Lehre japanischen Meisters begann. So entwickelte sich im Laufe der Jahre ein tieferes Verständnis für Aikido und über das Training hinaus eine Freundschaft mit Kobayashi Sensei.

1998 wurde schließlich unter Mitwirkung und Zustimmung von Kobayashi Soshu in Osaka der "Kokusai Aikido Kenshukai Kobayashi Hirokazu Ha" (= Internationale Aikido-Akademie nach der Schule von Kobayashi Hirokazu) gegründet. Das Ziel der Schule ist es, das von Kobayashi Soshu gelehrte Aikido in seinen technischen und geistigen Inhalten zu erhalten, zu unterrichten und weiterzugeben. Dabei soll über die reine Schule zum Erlernen bestimmter Techniken hinaus auch eine Forschungseinrichtung (Akademie, Kenshukai) initiert werden, die die Ideen, Lehren und Studien Kobayashi Soshus fortführt. So stehen die Teilnahme und Mitarbeit in dieser Schule allen Aikidoka offen, die diese Ziele verfolgen.
Kobayashis enger Schüler André Cognard wurde von ihm als Saiko Shihan eingesetzt. Als solchem obliegt ihm die technische Leitung der Schule, u.a. also auch die Ausstellung von Dan-Graden. Walter Oelschläger Shihan Dai, anerkannter persönlicher Schüler von Kobayashi Soshu und ebenfalls als Gründungsmitglied anwesend, wurde zum offiziellen Vertreter der Schule in der 3A Deutschland bestimmt.


Die 3A fühlt sich mit Walter Oelschläger dem Andenken des im August 1998 verstorbenen Meister Kobayashi und dessen Aikido verpflichtet. Der durch ihn vermittelte, differenzierte Stil des Aikido ist es, der in sämtlichen Gruppen der 3A Deutschland gepflegt wird, genauso wie die traditionellen Umgangsformen im Dojo, deren Ausführungen nicht nur Form, sondern auch Inhalt sind.


Wünschen Sie weiterführende Literatur zum Thema Aikido, lesen Sie bitte im Abschnitt "Dokumentation" weiter.